Bordeaux Tickets

Lohnt sich ein Besuch in der Cité du Vin?

Sie betreten die Cité du Vin unter einer Decke, die eher an ein Theater als an ein Museum erinnert, und lassen sich dann in dunkle, leuchtende Galerien entführen, in denen Bildschirme, Düfte und Klänge Sie vom Flusshandel zu Weinberglandschaften entführen. Es wirkt eher fesselnd als lehrreich.

Es wurde erbaut, damit Bordeaux eine Handlung erzählen kann, die über die eigenen Châteaux hinausgeht: Wein als gemeinsame kulturelle Sprache, geprägt von Handel, Ritualen, Migration und Erinnerung über Kontinente hinweg. Dieser globale Anspruch ist der Grund dafür, dass sowohl das Gebäude als auch die Ausstellung eher in Kurven als in geraden Linien verlaufen.

Der Gewinn besteht in einem Perspektivwechsel. Man verlässt den Ort und denkt weniger an Etiketten als vielmehr an Orte, Häfen, Menschen und jahrhundertelangen Austausch – und lässt den Tag schließlich mit einem Glas Wein vom Belvedere aus mit Blick auf die Garonne ausklingen.

Lassen Sie es sein, wenn: Sie ein traditionelles, an Exponaten reiches Museum suchen oder eine geführte Weinprobe mit mehreren Weinen erwarten; der Hauptteil des Besuchs findet im eigenen Tempo statt, wird multimedial begleitet und endet mit einem Glas Wein.

Was gibt es in der Cité du Vin zu sehen?

Cité du Vin exterior and forecourt
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Das Äußere und der Vorplatz

Noch bevor Sie ein Ticket scannen, übernimmt das Gebäude bereits einen Teil der Arbeit. Seine Hülle aus Gold und Aluminium schlängelt sich wie Wein in Bewegung, und die zum Fluss hin gelegene Seite lässt sich am besten zu Fuß von der Garonne-Promenade aus bewundern.

Der Reisebegleiter

Dieser Reiseleiter bestimmt den gesamten Ablauf des Besuchs. Es ruft Inhalte automatisch in acht Sprachen auf, und dank des Junior-Modus ist das Museum für Familien mit Kindern ab sieben Jahren wesentlich besser zugänglich.

Die Terroir-Tabelle

Eine riesige interaktive Weltkarte, mit der Sie Weinregionen durch Berührung erkunden können. Kommen Sie frühzeitig hierher; an Wochenendnachmittagen gehört dieser Bahnhof zu den belebtesten, und Kleingruppen können die Bildschirme eine Weile in Beschlag nehmen.

Das Triptychon „Vineyard Flyover“

Drei große Bildschirme entführen Sie in die Weinlandschaften von 17 Ländern. Es ist einer der am wenigsten von der Sprache abhängigen Bereiche des Museums, und selbst Besucher, die sich mit Wein kaum auskennen, verweilen hier in der Regel länger als geplant.

Die sechs großen Flaschen

Diese großzügig gestalteten Duftstationen vermitteln die wichtigsten Weinstile anhand von Aromen statt mit Fachjargon. Sie gehören zu den anschaulichsten und einprägsamsten Teilen der Ausstellung, insbesondere wenn Sie mit Jugendlichen oder Personen, die zum ersten Mal Wein probieren, zu Besuch sind.

Wein, Handel und Flusswege

In mehreren Buchten wird der Wein nicht nur mit Weinbergen, sondern auch mit der Schifffahrt, Häfen, Händlern und Migration in Verbindung gebracht. An dieser Stelle wird am deutlichsten, dass das Museum die Handlung der Zivilisation erzählt und nicht nur der Esskultur.

Die Dokumentation über Bordeaux

Falls Sie mehr Informationen zum lokalen Kontext erwartet haben, sollten Sie diesem Abschnitt besondere Aufmerksamkeit widmen. Es verleiht der Geschichte der Weinberge von Bordeaux und den Grands Crus die gebührende Bedeutung, ohne dass ein separater Tagesausflug in die Weinregion erforderlich ist.

Das Belvedere

Die Führung endet in 35 m Höhe über den Städten mit einem im Preis inbegriffenen Getränk, das aus einer wechselnden Auswahl ausgewählt wird. Planen Sie den Besuch nach Möglichkeit für den späten Nachmittag ein; gegen Sonnenuntergang werden die Warteschlangen zwar länger, doch das Licht über der Garonne ist dann besser.

So erkunden Sie die Cité du Vin

Benötigte Zeit: Planen Sie für den Standardbesuch 2–3 Stunden ein, oder 90 Minuten, wenn Sie einen straffen Rundgang zu den Highlights mit dem Belvedere am Ende unternehmen. Wenn Sie einen Workshop, „Via Sensoria“ oder ein Abendessen im Obergeschoss hinzufügen, verlängert sich der Besuch ganz natürlich auf 3,5 bis 4 Stunden.

Wanderroute: Beginnen Sie gleich nach Ihrer Ankunft auf Ebene 2 und begeben Sie sich zunächst zum „Terroirs Table“, bevor es an den Bildschirmen zu voll wird. Gehen Sie von dort aus weiter zum „Vineyard Flyover“-Triptychon und zu den „Six Big Bottles“, solange Ihre Aufmerksamkeit noch frisch ist, und widmen Sie sich dann in der Mitte Ihres Besuchs den ausführlicheren Bereichen zu Geschichte, Handel und Kunst. Heben Sie sich das Belvedere für den Schluss auf, am besten gegen Ende des Tages, denn es eignet sich besser als krönender Abschluss als als Abstecher während des Besuchs.

Unbedingt sehenswert: Der „Terroirs“-Tisch, das „Vineyard Flyover“-Triptychon, die „Six Big Bottles“ und das „Belvedere“.

Optional: Die Dokumentation über Bordeaux vermittelt in etwa 10 Minuten nützliche lokale Hintergründe, während ein Verkostungsworkshop eine Stunde dauert und eine tiefere, angeleitete Einblicke bietet. Das Lernen im eigenen Tempo funktioniert hier gut, da der „Travel Companion“ sehr gut ist; der Mehrwert einer Führung ist nur dann am größten, wenn Sie eine von einem Sommelier geleitete Verkostung wünschen und keine allgemeine Einführung.

Ein kurzer Überblick über die Geschichte der Cité du Vin

  • 2008–2009: Die Stadtverwaltung von Bordeaux beginnt mit der Entwicklung eines Vorzeigeprojekts im Kulturbereich, das den Wein nicht als rein lokale Industrie, sondern als globales Kulturerbe präsentieren soll.
  • 2011: XTU Architects gewinnen den internationalen Architekturwettbewerb mit einem fließenden Konzept, das von Wein, dem Wachsen der Reben und den Strömungswirbeln des Flusses inspiriert ist.
  • 2013: Der Grundstein wurde gelegt, und die Bauarbeiten am Standort „Bassins à Flot“ am Wasser haben begonnen.
  • 2014: Die „Fondation pour la Culture et les Civilisations du Vin“ ist offiziell als gemeinnützige Einrichtung für den Betrieb der Veranstaltungsstätte anerkannt.
  • 2016: Die Cité du Vin öffnet ihre Pforten für die Öffentlichkeit und wird damit zu einem bedeutenden neuen Wahrzeichen von Bordeaux sowie zu einem interaktiven Museum.
  • 2023: Die Dauerausstellung wurde teilweise erneuert, wobei mehrere Kernbereiche aktualisiert und das Besuchererlebnis aufgefrischt wurden.
  • Heute: Die Cité du Vin ist nach wie vor Bordeaux’ bedeutendste kostenpflichtige Kulturstätte und vereint Ausstellungsräume, Verkostungen, Workshops und einen Panoramablick auf die Stadt.

Wer hat es gebaut?

Die Cité du Vin wurde im Rahmen eines kommunalen Projekts unter dem damaligen Bürgermeister Alain Juppé in Auftrag gegeben und von der Fondation pour la Culture et les Civilisations du Vin umgesetzt. XTU Architects gestalteten es als ein Gebäude in Bewegung, damit die Weinidentität von Bordeaux zeitgemäß, öffentlich und international wirkt und nicht nostalgisch oder rein lokal.

Warum die Cité du Vin für das moderne Bordeaux von Bedeutung ist

Die Cité du Vin ist mehr als nur ein Museumsbesuch; sie ist Teil der modernen Identität des Flussufers von Bordeaux. Jahrzehntelang verbanden viele Besucher die Stadt vor allem mit ihrem historischen Stadtkern und den Weinhändlern. Dieses Gebäude trug dazu bei, die Aufmerksamkeit nach Norden in Richtung des Stadtteils „Bassins à Flot“ zu lenken, und verschaffte Bordeaux ein zeitgenössisches Wahrzeichen, das sich neben die Fassaden aus dem 18. Jahrhundert einfügen konnte, ohne diese nachzuahmen. Das ist von Bedeutung, da die Stadt nun sowohl als historisch als auch als zukunftsorientiert wahrgenommen wird – als ein Ort, an dem die Weinkultur noch immer lebendig ist und nicht hinter Kellertüren verschlossen bleibt.

Häufig gestellte Fragen zur Cité du Vin

Ja, vor allem, wenn Sie Bordeaux über einfache Tagesausflüge in die Weinberge hinaus kennenlernen möchten. Die Dauerausstellung, die Verkostung im Belvédère, der Blick auf den Fluss und die Erlebnisausstellungen machen den Ort zu einem lohnenswerten Ziel für einen halbtägigen Zwischenstopp.